… sagt ein altes Sprichwort. Wir sagen:
Als Mensch mit gutem Geschmack gehören Sie zu uns
– in die Kaffemühle Bremen.

 

Geschichte

Früher, ja früher, war die Mühle am Wall keineswegs einzigartig.
Noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts standen insgesamt sechs Windmühlen in den Bremer Wallanlagen und versorgten die Bevölkerung
mit Mehl aller Art. Nur eine rettete sich über die Zeit: die "Ansgaritorsmühle" - auch "Herdentorsmühle" oder "Mühle auf der Gießhausbastion" genannt.
   
Merken Sie sich am besten den heutigen Namen: "Kaffeemühle" - denn ihre Geschichte wollen wir erzählen.

Überall, wo Mehl gemahlen werden musste, siedelten sich in den letzten Jahrhunderten Müller an. Sie suchten sich entweder einen rauschenden Bach oder Fluss (wie die Weser) oder eine kleine Anhöhe, wo ihnen der Wind etwas stärker um die Nase wehen konnte als in der flachen, norddeutschen Tiefebene: Auf den Kuppen vor den Toren Bremens, auf den Stadttoren und den Bastionen der Festungsanlagen entstanden so nach und nach rund ein Dutzend Windmühlen.

Die "Kaffeemühle" wurde 1699 von Moritz Meier erbaut - seine erste Mühle musste einer Befestigung weichen (dem Doventorswall). Doch auch sein Neubau war nicht von langer Dauer: Die Klage missliebiger Konkurrenz (ja, ja, so was gab es damals auch schon...) führte dazu, dass er bald wieder neu bauen musste: auf der Junkers-Bastion in den Wallanlagen (dort entstand 1850 das Olbers-Planetarium).

Doch auch dieser Vorläufer des heutigen Gebäudes hielt nicht lange. Die Windverhältnisse dort waren so schlecht, dass er sich einen luftigeren Ort aussuchte und dorthin umzog, wo Sie heute Ihren Kaffee trinken, Ihren Cocktail genießen oder in angenehmer Atmosphäre entspannt essen.

Über 100 Jahre war es dann still um die Mühle – was darauf schließen lässt, dass dort ehrbare Besitzer wohnten, die ihre Kunden nicht allzu sehr übers Ohr hauten und der Konkurrenz nicht allzu lästig waren. 1832 allerdings brannte die "Kaffeemühle" ab; ein Jahr später wurde der Platz an den Mühlenbauer Erling verkauft, der an der alten Stelle sofort eine neue Mühle errichten ließ. Erling baute modern: Er ließ den hohen Unterbau errichten, damit der Wind besser die Flügel fassen konnte als bei dem Altbau.

Über die nun folgenden Jahrzehnte ist wenig bekannt; es wurde wieder ruhig um die "Kaffeemühle". Doch die Technik entwickelte sich weiter; Windmühlen wurden immer unrentabler, seitdem mit Dampf betriebene Maschinen schneller und günstiger Mehl mahlen konnten.

Darum war der Besitzer bereit, seine Mühle zu verkaufen und die Stadt Bremen griff zu (für weniger als ein Drittel des Schätzpreises – die Politiker damals konnten wirklich rechnen...).

1891 stimmte die Bremer Bürgschaft dem Kauf zu – und hatte doch nur wenige Jahre Vergnügen an diesem Entschluss.

Nach dem Brand wurde die zuständige „Deputation für die Spazierge“ von der Einwohnerschaft bestürmt, die Mühle wiederaufzubauen. „Im Interesse der landschaftlichen Eigenart unserer Wallanlagen“ stimmte die Deputation zu; um 1900 stand die Mühle in alter Schönheit wieder da. Gemahlen wurde aber nur noch selten mitten in den Wallanlagen.

Nach dem 2. Weltkrieg (den die Mühle nur mit viel Glück und großen Einsatz des damaligen Pächters überstand), gestattete der Senat schließlich dem Pächter, in der Mühle eine Fahrschule zu unterhalten. Sie gab es bis 1997 – dann wurde die Mühle saniert, ein Anbau errichtet (der sich an historischen Vorbildern orientiert) und die Mühle am Wall zur "Kaffeemühle". Jetzt wird hier auch wieder gemahlen: Kein Mehl, aber Kaffee – die „Kaffeemühlenmischung“.